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Betrug mit guenstigen Mietwohnungen

Veröffentlicht von Ruck am 3. Mai. 2012 in der Kategorie BauMix Allgemein,Wohnungsmarkt.

Gesucht wurde 3-Zimmer-Wohnung in Berlin

Eine Bekannte sucht eine neue Mietwohnung in Berlin. Da ich viel zeit im Netz verbringe, bot ich ihr meine Hilfe an. Nun ging es auf die wichtigen, deutschen Immobilienportalseiten. Gerade in Berlin ist es besonders schwierig , ein günstiges Objekt zu finden.  Die Traumwohnung sollte neben 3 Zimmern,  Küche, Flur, Bad auch einen Balkon haben. Gesucht wurde in Berlin-Mitte, Friedrichshain, Pankow und Prenzlauer Berg. Die Kaltmiete sollte 650 Euro nicht übersteigen und wenn möglich nicht von einem Immobilienmakler angeboten werden.

Berlin mit Wohnungsproblem

Die Einstellungen sind schnell getroffen und viele Angebote werden sofort angezeigt. Wie ich feststellen musste, wird die Suche doch anstrengender als gedacht. Berlin hat ein Wohnungsproblem. Die Berliner Mieten mĂĽssen in den letzten Jahren doch sehr stark gestiegen sein. Die 650 Euro Kaltmiete sind eher der Preisdurchschnitt und nicht die Obergrenze.

Loft mit 125 m² fällt auf

Ich klicke mich durchs Netz. Von 455 für eine kleine 42 m² Wohnung bis hin zur 125 m² gerade fertiggestellte Loft-Wohnung zum Erstbezug, für gerade einmal  500 Euro in bester Lage ist alles dabei. Ich denke noch, bei dem Loft hat man wohl keine Chance, denn so etwas ist sofort weg.
Nach einiger Zeit finde ich ein paar Objekte und liefere die per Mail ab. Meine Bekannte ist begeistert, teilt mir aber immer wieder mit, dass sie diese Wohnung schon kenne und den Vermieter angeschrieben hat. Leider melden sich nur wenige zurück. Ich solle aber weiter am Ball bleiben und wenn möglich selbst die Immobilienanbieter anschreiben. Gesagt getan!

Ist die Wohnung noch frei und wann kann ich diese besichtigen?

Über Wochen zieht sich jetzt die Suche schon hin. Über 50 Anbieter von 3-Zimmerwohnungen habe ich jetzt kontaktet, leider ohne Erfolg. Langsam werde ich zu einem echten Profi, stelle fest, dass viele Vermieter auf allen mir bekannten Portalen parallel die Objekte  einstellen, also beschränke ich mich auf die größte Immobilienseite lasse mich registrieren und erhalte nun täglich neue Angebote, die meinen Voreinstellungen und Wünschen  mehr oder weniger entsprechen. Brav werden alle Vermieter per Mail angeschrieben und mein Interesse bekundet. „Ist die Wohnung noch frei und wann kann ich diese besichtigen?“

Die ersten Anbieter melden sich

Nun, am 30.April die ersten positiven Reaktionen.  Einige Wohnungsverwaltungen melden sich zurück und bieten eine Wohnung in Berlin-Mitte und in Friedrichshain an. Leider liegt eine Wohnung im Erdgeschoss und die andere hat keinen Balkon. Schade, dass passt nicht, aber ich habe weitere Eisen im Feuer.

Architekt aus Bukarest bietet Loft an

Am 1.Mai erreicht mich eine Mail. Der private Eigentümer des Lofts in bester Lage meldet sich.  Er entschuldigt sich, dass er sich nicht gemeldet hat, denn meine Mail lag im Spamfilter. Sollte ich noch Interesse haben, die Wohnung ist noch frei. Er schreibt weiter: Die Wohnung habe er für seine Tochter gekauft, als sie in Berlin studierte und möchte sie jetzt günstig anbieten.  Alle Möbel könnte ich nutzen, wenn nicht würde ein großer Keller vorhanden sein, um sie dort zu lagern.

Erste Zweifel kommen auf

In der Mail schreibt mir der angebliche Architekt aus Bukarest, dass er krank sei und nicht zur Besichtigung nach Berlin kommen könne, aber ein großes Immobilienunternehmen die Vermietung vor Ort übernimmt. Es kommen Zweifel bei mir auf. Günstige Wohnung, Eigentümer im Ausland, Rumänien und krank? Da ist selbst für mich doch etwas zu viel. Bei mir stellt sich ein gesundes Misstrauen ein und ich gebe bei Google die Begriffe „Betrug mit Mietwohnungen“ ein. 140.000 Treffer, dass hat mich doch überrascht. In einem Blog finde ich auch die Mail, die ich erhalten habe.

Internetbetrug: BetrĂĽger fordern ReservierungsgebĂĽhr

Viele Benutzer schreiben darüber,  wie sie auf die Masche reingefallen sind und die geforderten  800 Euro Kaution oder Reservierungsgebühr schon bei einer ausländischen Bank eingezahlt haben. Der angebliche Immobilienagent ist dann zur Wohnungsbesichtigung nicht erschienen. Wohnungen gab es nicht in den angegebenen Objekten. Alle Bilder der Wohnung waren im Internet von anderen Seiten kopiert.

Berlin, MĂĽnchen, Frankfurt und Hamburg betroffen

Die Betrüger haben sich auf die deutschen Ballungszenten Berlin, München, Frankfurt und Hamburg spezialisiert, weil man dort durch die akute Wohnungsknappheit  Mieter findet, die gern bereit sind Reservierungsgebühren zu zahlen. Betrugsfälle aus Österreich und der Schweiz sind auch bekannt. Bleibt zu hoffen, dass die  aus dem Ausland operierenden Betrüger gefasst werden. Wichtig ist, jeden Betrugsversuch sofort zur Anzeige zubringen. Hier hilft auch die Internetwache der Polizei.

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