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Fertighaus-Pionier OKAL wird 80

Posted in BauMix Allgemein von R. Burkhardt am 15. Sep. 2008

Das Hausbauunternehmen OKAL feiert im August 2008 den 80. Geburtstag. Seit GrĂŒndung durch Otto Kreibaum im Jahr 1928 im niedersĂ€chsischen Lauenstein hat sich OKAL von der Tischlerei zu einem der grĂ¶ĂŸten Hausbauunternehmen Deutschlands mit ĂŒber 85.000 individuell gebauten HĂ€usern entwickelt.

Die Tischlerei in Lauenstein startet zunĂ€chst mit der Produktion von Kleinmöbeln, die mit zwei Mitarbeitern und einem Lehrling in Handarbeit gefertigt wurden. Es waren bewegte Jahre, mehr als einmal drohte das junge Unternehmen unterzugehen: Ein großer Brand und betrĂŒgerische Partner machten Kreibaum das Leben schwer. Aber er ließ sich nicht unterkriegen und kĂ€mpfte. 1937 waren bereits 500 Mitarbeiter unter Vertrag und die Möbelfertigung nahm industrielle ZĂŒge an. In unterschiedlichen GebĂ€uden wurden Schlafzimmer- und Speisezimmermöbel gefertigt. Dann kam der Krieg und Kreibaum weigerte sich, auf Kriegsproduktion umzustellen. Als man begann, ihm die Maschinen wegzunehmen, beugte er sich und produzierte bis Kriegsende Munitionskisten.


1947 entwickelte Kreibaum eine neuartige Maschine, die grĂ¶ĂŸere Spanplatten herstellen konnte. Die Holzknappheit der Nach-kriegsjahre hatte ihn auf die Idee gebracht, aus Holzteilen und Holzresten hochfeste Platten herzustellen, die den Engpass in der Holzversorgung ĂŒberwinden helfen konnten. Die Spanplatten wurden so zunĂ€chst in der Möbelproduktion eingesetzt, OKAL baute Möbel und fertigte Maschinen fĂŒr die Spanplattenproduktion.

Die Wohnungsknappheit der Nachkriegszeit war es, die Otto Kreibaum auf die Idee brachte, die das Unternehmen zu einem der grĂ¶ĂŸten Fertighaushausunternehmen Deutschlands machen sollte. Bereits 1951 wurde ein erstes Versuchshaus errichtet, der Einstieg in den Markt erfolgte dann 1959. Der Ansatz, fĂŒr den Hausbau Spanplatten in Verbindung mit Massivholz zu verwenden, war völlig neu. Die Produktion startete mit zwei HĂ€usern pro Woche. Werbung gab es nicht, Kreibaum setzte allein auf Mundpropaganda. ZunĂ€chst gab es auch nur zwei Grundrisse mit 72 mÂČ GrundflĂ€che. Ein solches Haus kostete 18.300 Mark inklusive aller Möbel. Dabei war das Haus sehr modern ausgestattet uns verfĂŒgte ĂŒber alles, was die Bewohner sich wĂŒnschten.

Wenige Jahre weiter waren es bereits drei Haustypen mit bis zu 130 mÂČ WohnflĂ€che. Mittlerweile hatte OKAL den Großtafelbau erfunden, ganze AußenwĂ€nde wurden komplett mit Fenstern und TĂŒren bis zu einer LĂ€nge von 12,50 m im Werk erstellt. Innerhalb weniger Stunden konnte mit Hilfe eines Kranes das Haus wetterdicht aufgestellt werden, so wurde der Hausbau wetterunabhĂ€ngiger. Die Reduzierung der Aufbauzeit war eine enorme Effizienzsteigerung, die sich auch im Absatz bemerkbar machte. Jedes Jahr verdoppelte sich die Zahl der gebauten HĂ€user. 1966 wurde die OKAL Bau GmbH gegrĂŒndet, die zum Fertighaus den Keller lieferte.

Anfang der 70er Jahre gab es kein Halten mehr: Allein 1973 wurden ĂŒber 5.000 HĂ€user erbaut, jetzt wurde in mehreren Werken produziert. Dabei dachte Otto Kreibaum auch an seine Mitarbeiter und schenkte allen 2300 Mitarbeitern Firmenanteile, auf die bis zu 20% jĂ€hrliche AusschĂŒttung gezahlt wurden. Zu dieser Zeit war das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ein Novum in Deutschland.

OKAL war in den 70er Jahren so etwas wie der „Volkswagen“ unter den Fertighausanbietern, man bemĂŒhte sich, einen reellen Wert zu gĂŒnstigen Kosten zu schaffen und war mit dieser Strategie sehr erfolgreich. Gleichzeitig nahm die KomplexitĂ€t zu, 1978 gab es bereits 90 verschiedene HausvorschlĂ€ge, darunter auch Zweifamilien- und ReihenhĂ€user. Allein die Grundrisse waren auf 1000 Varianten angewachsen. So wurden die OKAL-HĂ€user immer individueller.

Mit den HausvorschlĂ€gen „Residenz“ verließ OKAL endgĂŒltig den Baustil der 60er und beginnenden 70er Jahre. Ein Fertighaus konnte nun auch Ausdruck des gehobenen Lebensstandards sein. Die Residenzen wurden sehr erfolgreich und spiegelten so den steigenden Wohlstand in der Gesellschaft wider.

Otto Kreibaum junior ĂŒbernahm in dieser Zeit die GeschĂ€ftsleitung von seinem Vater. Ende der 70er Jahre bestand die Firma aus 17 Gesellschaften in Deutschland und Europa. 1978 hatte OKAL 4000 Mitarbeiter und 8 ProduktionsstĂ€tten. Fast 50.000 HĂ€user waren verkauft worden.

Dass OKAL auch in den Folgejahren der Trendsetter im Bau war, ist heute fast in Vergessenheit geraten. Schon 1975 setzte das Unternehmen auf Energiesparheizungen, 1973 gar hatte man als erster Fertighaushersteller BrauchwassererwĂ€rmung mittels Sonnenkollektoren eingefĂŒhrt. 1986 stellte OKAL die Stromgewinnung aus Tageslicht vor. Auch die Computer hielten Einzug: Im August 1980 stellte OKAL einen Mini-Computer vor, der eine Heizungsregelung vornehmen konnte, die Energie einsparen half.

In den 80er Jahren war der Fertighausmarkt rĂŒcklĂ€ufig und auch OKAL als MarktfĂŒhrer war von dieser Entwicklung betroffen. Gleichzeitig gab es immer mehr Unternehmen, die FertighĂ€user bauten. PreiskĂ€mpfe begannen und so musste OKAL sich etwas einfallen lassen. OKAL reduziert die ProduktionsstĂ€tten und senkt damit die Kosten.

In den 90er Jahren wurde Ökologie zum Thema. OKAL Baustoffe erhalten den Blauen Engel, 1998 entsteht das Niedrigenergiehaus, 1999 entwickelt OKAL die ThermOKAL-Pluswand mit deutlich verbesserter Isolierung.

2001 wird die Deutsche Fertighaus Holding AG gegrĂŒndet, OKAL wird einer von drei Partnern. 2006 wird die Produktion in Salzhemmendorf bei Lauenstein eingestellt, das Unternehmen zieht nach Simmern im HunsrĂŒck, an den Sitz der DFH. Heute baut das Unternehmen HĂ€user, die erst im GesprĂ€ch mit den Bauherren auf deren WĂŒnsche ausgerichtet, entwickelt werden. So ist jedes Haus von OKAL ein Unikat, dass die Lebenssituation des Bauherren widerspiegelt.

Zum 80. Geburtstag hat OKAL die ResidenzhĂ€user mit modernster Energietechnik neu konzipiert und baut sie als klassisch exklusive HĂ€user fĂŒr Menschen, die Akzente setzen möchten.

Zu dieser Entscheidung bedurfte es keiner groß angelegten Marktforschung, denn immer wieder fragten Bauherren in den GesprĂ€chen mit OKAL nach genau dieser Hausreihe. FĂŒr OKAL ist diese anhaltende Nachfrage die BestĂ€tigung, dass der Haustyp Residenz ein echter und nach wie vor begehrter Klassiker ist.

Das neue Residenzhaus zeigt sich von außen so luxuriös und stilsicher, wie ehedem. Deshalb wurde in der Außengestaltung Wert auf die Beibehaltung der klassischen Stilelemente gelegt. Auch das aufwĂ€ndige Schieferwalmdach schmĂŒckt die neuen Residenzen. Komplett ĂŒberarbeitet wurden die inneren Werte: Neue Grundrisse mit 189 bis 343 mÂČ beziehen die WĂŒnsche und Vorstellungen heutiger Bauherren ein und können individuell angepasst werden, um die jeweilige Lebenssituation der Bauherren und ihrer Familien abzubilden. So ist jede Residenz ganz persönlich das besondere Traumhaus der Erwerber. Mit modernster Energiespartechnik ist die neue Residenz ein Energiesparhaus, welches sorgsam mit unseren Ressourcen umgeht. Solartechnologie, Photovoltaik, Pelletsheizung und WĂ€rmepumpen sowie Be- und EntlĂŒftungsanlagen machen die Bauherren unabhĂ€ngig von fossilen Brennstoffen. Gerade bei steigenden Energiepreisen ist diese UnabhĂ€ngigkeit beruhigend. Die neuen Residenz-HĂ€user erfĂŒllen die Anforderungen der KfW-Standards.

Im Haus ist GroßzĂŒgigkeit und Eleganz der erste Eindruck: Bei den neuen VorschlĂ€gen fĂŒr die Residenz wurde darauf geachtet, dass die WohnrĂ€ume noch weitlĂ€ufiger als frĂŒher sind, dazu wurde auch die Raumhöhe auf 2,80 Meter erhöht. Der Wohnbereich ist offen gestaltet, die KĂŒche bietet Platz zum Leben. Die großen BĂ€der werden mit der riesigen Auswahl im OKAL-Ausstattungs-zentrum zu WohlfĂŒhlrĂ€umen fĂŒr Wellness und Erholung von den alltĂ€glichen Anforderungen, die unsere Zeit mit sich bringt. Viel Platz zum Entspannen bieten auch die Terrassen, die sich nahtlos in das Gesamtkonzept einfĂŒgen.

So ist die Residenz als neu konzipierter Klassiker fĂŒr den gehobenen Anspruch wieder entstanden und ist insbesondere fĂŒr die Bauherren geeignet, die unabhĂ€ngig von kurzfristigen Trends ein Haus bauen wollen, welches auch in Jahrzehnten zeitlos elegant wirkt.

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